Das Jahr 2011

Return of the 'Einfahrt'

Nach einem Jahr voller Vorfreude war es am 15. August endlich wieder so weit! Die Schlacht konnte beginnen! In diesem Jahr war der Standort unserer Residenz auf dem Hofe von und zu Ewerts.
Montag um 14 Uhr standen alle Soldaten in Reih und Glied, doch leider waren es nur fünf statt elf!! So wenige wie in diesem Jahr waren wir noch nie. Neue Arbeitsstellen, Venusfallen und Verbraten seines Jahresurlaubs auf Hawaii waren einige der Gründe...
Aber wir wussten abends kommt immer Verstärkung. So war es nun und fünf bis in die Haarspitzen motivierte Krieger standen auf der Einfahrt von Marcos Eltern, erst einmal mit Fragezeichen im Gesicht.
Also war klar, wir brauchen einen Plan! Den hatten wir nach einer blonden Gedächtnisstütze auch recht schnell. Die Rüstungen wurden angezogen und es ging auf ins Feindesland, zu unserem Spion und alten Freund Schmitz. (Der Vorname wird aus tarnungstechnischen Gründen nicht erwähnt, da so halb K'hoven in Frage kommt)

Mit kleinen Autos wollten wir große Gerüststangen holen, doch schnell war uns klar, dass einige Stangen zu groß waren, da sie hinten raus schon auf dem Boden aufsetzten.
Söldner Karsten wollte zwar eine Schleifspur durchs halbe Dorf ziehen, aber die noch etwas angeweichten Kameraden hielten ihn mit einem Hauch von pädagogischer Intelligenz und gutem Zureden davon ab.
Nun hatten wir das erste Problem, das nicht mal mit was Blondem gelöst werden konnte. Glücklicherweise besitzt unser V-Mann ein unauffälliges Fluchtauto mit Anhänger, das er unter Einsatz seines Lebens selbst steuerte.
So konnten wir doch noch die Gerüststangen bzw. Teile unserer Burg zu Marco bringen. Nachdem wir alles abgeladen hatten wieder Fragezeichen... Wo welche Stange und wie...
Nach einem intensiven aber freundschaftlichen Gedankenaustausch zwischen Thomas und Karsten war klar wie es gemacht wird.
Nur wo war das übliche Diskutier? Um es vorweg zu nehmen, dieses Jahr hat es der große Lord Schurf gefangen gehalten.
Allen war klar dass dies zwar gut ist, aber zugleich mussten wir auf Schlimmeres gefasst sein! Wir waren also gewarnt. Nach munterem und vorschriftsmäßigem Zusammenbau des Stangengeflechtes stand kurz vor Einbruch der Dunkelheit das Grundgerüst unserer Burg.
Somit ging der Abend in den gemütlichen Teil über. Zumindest bis Dominique vorbei kam. Nein versteht mich nicht falsch, ihre Anwesenheit war sehr angenehm, aber sie hatte eine Aufgabe von Lord Schurf dabei.
Kleine rote Peperoni, die wie Dekoelemente aus der Möbel Hausmann Küchenabteilung aussahen. Einige der stärksten Schützenbrüder stellten sich der Aufgabe. Doch obwohl sie schon einige grausame Schlachten geschlagen haben, viel Leid und Blut ertragen mussten, brachten diese Peperoni aus dem Hexengarten Buchmaiers gestandene Männer zum Weinen.
Dieses Rot war die Farbe der Hölle und des ewigen Schmerzes! Aber da wir ja Dragoner sind, wurde auch diese Prüfung erfolgreich absolviert.
Normalerweise würde ich jetzt noch unser Mitglied Tobias alias P! erwähnen und eine Geschichte schreiben, wie er heldenhaft zwei oder mehrere Peperoni verschlungen hat, aber auf Grund seiner schlechten Erfahrung mit scharfen Sachen fällt es diesmal leider aus.
Nun ja, nach viel Gequatsche, geselligem Dasein und Gekicker mit dem Holländer endete der Abend irgendwann im nirgendwo...

Dienstag, wie jedes Jahr ein Tag den man nicht braucht! Lord Schurf und seine Knaben haben einen arg zugerichtet und ja, so standen wir wieder auf der Einfahrt bei Marco. Eins, zwei, drei, vier, fünf, alle waren da wenn auch erstmal nur körperlich.
So gingen wir also geschwächt in den Tag um gestärkt wieder heraus zu kommen. Und schwupp die wupp hatten wir noch vor Einbruch der Dunkelheit die Residenz zu 90% zusammen gezimmert!
Dies war sehr wichtig, da noch einiges an unseren Klompen zu tun war und so begaben sich Männer und Frauen ans Anmalen, Kleben und Röschendrehen. Zur Feier des Tages und zur Belohnung der harten Arbeit, wurde zum ersten mal in diesem Jahr das Glas der Hoffnung bis zum Rande gefüllt und vom Volunteer Georg (der Papst aus Dattenfeld) feierlich eingeweiht bzw. gesegnet.
So vergingen gemütlich die Stunden bei Speis und Trank doch dann viel uns auf, dass es ein Problem bei der Bierausgabe gab.
Dauernd Schaum, dann ging es wieder richtig, dann wieder nicht usw. Also was tun? Es wurde kurzer Hand mitten in der Nacht ein Kurzstudium im Internet über die Deutsche Brau- und Zapfkunst absolviert. Mit dem Ergebnis, dass der kostbare Zaubertrank danach besser denn je aus unser Zapfanlage lief und wir uns wie kleine Kinder an Weihnachten daran erfreuten!
So wurde wieder mal eine Aufgabe vom bösen Lord Schurf erfolgreich erledigt. Wir kamen ihm immer näher, hoffentlich aber nicht zu nah!
Und so ging das Garagentor zur Freiheit auf, wir gingen für wenige Stunden nach Hause. Anbei möchte ich noch erwähnen, dass uns an diesem Morgen ein Besuch in der Schutzhütte Schneider verwehrt wurde, da wir einfach noch zu früh waren, aber dazu später mehr.

Mittwoch, neuer Tag neues Glück. Ob unser zukünftiger König das wohl auch dachte als wir alle pünktlich zum Antreten vor der Burg standen?
Das fragen Sie ihn am besten mal selber, schließlich war es ja erst ein paar Stunden her dass er uns verabschiedet hatte. Aber große Aufgaben standen uns noch bevor und so ging es weiter mit diversen Randarbeiten und den Klompen, die dieses Jahr in Autoscooter verwandelt wurden.
Wieder einmal verging die Zeit wie im Fluge und nach dem Abendessen vertrieben wir uns die Zeit mit dem alljährlichen vor der Burg rumsitzen und gemütlich verzelle. Dieses Jahr im Angebot war Nageln (also das mit dem Nagel und dem Hammer in ein Stück Holz schlagen) und Musizieren. Neu waren nämlich die Trommel von Welpe René und die Lyra von Verzeelmanns Joe. Da dieser leider am folgenden Tag einen Auslandseinsatz in Polen hatte, war Joey schon im Bett. So spielten wir ein paar unrhythmische Klänge und das lockte scheinbar Daniel "ich bin in jedem Verein Mitglied" Zander an. Ein herausragendes Musiktalent, welches diese beiden Musikinstrumente einwandfrei beherrscht.
So wurden die Instrumente erst einmal begutachtet und danach bekamen wir eine kleine Einweisung. Leider wurde die Lyra als naja sagen wir mal nicht musizierfähig betrachtet. Da etliche Noten falsch positioniert sind oder nicht den entsprechenden Ton abgeben. Und so mussten wir als Dragoner leider doch feststellen, dass der Mann keine Ahnung hat. Diese qualitativ sehr hochwertige Lyra ist handgefertigt, ein absolutes Einzelstück und mit dem traditionellen chinesischen Notenspiegel konstruiert worden.
Also klimperten wir noch eine Weile dahin und vertrieben uns die Zeit mit schrägen Fotos vor der Dragoner Web Cam.
Dann auf einmal Klopf Klopf... vor dem Burgtor war jemand... wer kann das sein? Lord Schurf, die Polizei, Gäste oder ein verwundeter Dragoner?
Aufs Schlimmste gefasst öffneten wir vorsichtig das Tor! Puh es war nur Joe der vor seinem Abflug noch mal schauen wollte was wir so treiben.
Doch dann passierte etwas Schreckliches mit René. Der Schock steckt uns heute noch in den Gliedern. Ein Schrei wie ihn von uns noch keiner gehört hatte und sein Gesicht, grausam. Lord Schurf hatte ihn in Conan den Barbar verzaubert. Wir wussten alle, dass wir jetzt handeln mussten, da wir ihn sonst verlieren würden. Joe musste aus Polen zwei oder drei Flaschen Medizin mitbringen.
Thomas und Karsten mussten es mit René bis zur Schutzhütte Schneider schaffen, wo ein frisches Mettbrötchen mit Kakao den Dämon wieder austreiben würde. Aber was war das, wieder wurde uns der Eintritt verwehrt.
Da wir aber unsere Musikinstrumente dabei hatten spielten wir ein kleines Ständchen und erst so erkannten die Fachverkäuferinnen den Ernst der Lage. Lecker war es und René ging es schlagartig wieder besser.

Donnerstag ist der Tag an dem die Krone geschmückt wird. In diesem Jahr hatte unser noch amtierender König das Losglück auf seiner Seite.
Er bekam die große Ehre die Krone mit Tannengrün zu schmücken und aufzuhängen! Zum Abendessen wurde gegrillt. Eigentlich eines der leichteren Aufgaben an Schützenfest, hätte sich nicht der ganze Zorn von Lord Schurf über Renés schnelle Genesung am Himmel entladen!
Gerade legte Daueradjutant Karsten das Fleisch auf den Grill, da zog ein Riesengewitter auf und so musste mit Hilfe vom Hofherr Peter ein wenig improvisiert werden! Duschen mussten die beiden Helden der Verpflegung an diesem Abend jedenfalls nicht mehr.
Unsere Burg hielt dem Unwetter ohne Probleme stand. Was zum einen unser Burgbautalent wieder mal bestätigte und zum anderen brauchten wir nun wirklich keine Angst mehr vorm großen Lord haben! Ansonsten war es eigentlich ein ruhiger, gemütlicher Abend! Alles war soweit fertig aufgebaut und geschmückt. Wir warteten voller Vorfreude auf Freitag.

Ja und nun war dann auch schon Freitag "Kings evening". Auf diesen Moment hat Marco sich nun seit Monaten besonders gefreut. Er wurde zum Dragoner Zugkönig 2011 gekürt. Thomas gab voller Wehmut und mit einem beinahe tränenden Auge seine Königskette inklusive dem Königssäbel ab! Voller Stolz die Blauen Dragoner nun für ein Jahr lang anführen zu dürfen, schwang König Marco seinen Säbel mit den Worten und leichtem französischen Akzent "Ich bin der König" und sagte zu seinem Volk "schön, dass ihr da seid"!! Was zu einem tosenden Applaus der Menge und zu einer ausgelassenen Party führte.
Selbst Lord Schurf war scheinbar so beeindruckt, dass er an diesem Tag keine Aufgaben, Gefahren oder Schandtaten für uns auf Lager hatte.

Bevor es am Samstag dann in die große Schlacht ging, gab es in der Kirche den letzten Beistand und Mut von ganz oben! So zogen wir das erste Mal durchs Dorf und konnte schon einmal unsere Ambitionen auf den Paradepokal 2011 bei der kleinen Parade zu Ehren des Präses festigen. Kurze Rede, lange Party.

Die erste Schlacht wurde geschlagen, früh morgens ging es zur Gefallenenehrung. Die meisten Schützen sind nur körperlich anwesend, da ihre Seelen noch gefangen sind. Aber wir Dragoner sind fast immer frisch, weil wir uns die ganze Zeit auf die Mett- und Käsebrötchen beim Frühschoppen freuen. Des Weiteren ernten wir auch gerne nächstes Jahr wieder die neidischen Blicke der anderen Vereine! Besten Dank an die Schutzhütte Schneider...

Bei kaiserlichem Wetter marschierten wir voller Stolz durch Kaster, doch scheinbar hatte es der große Lord diesmal auf alle Schützen abgesehen. Es waren gefühlte 35 Grad heiß, einige zwang das Wetter fast zur Aufgabe, doch wir trotzten der Hitze ohne Probleme und brannten eine Parade in den Asphalt, die die Welt vorher noch nicht gesehen hatte! Selbst unser Schütze A... Pascal hatte keine Probleme bei seinem ersten Heimateinsatz mit den erfahrenen Soldaten mitzuhalten. Die Menge tobte vor Freude und Faszination als Zugführer Daniel so früh wie noch nie bzw. Spieß Dennis so spät wie noch nie die Kommandos gab. Sogar die Russen plus die Chinesen trotz größerer Truppenstärke schrieben Worte des Lobes in unser Gästebuch :-)

Frisch geduscht zogen wir abends dann wieder mal ins Festzelt ein und es knisterte in der Luft. Der weltbekannte Alm Klausi sollte heute bei UNS im Dorf auftreten. Um es aber nicht zu spannend zu machen... Lieber Klausi das war nix... Obwohl Partynator Joe ihm noch eins unserer legendären Laserschwerter zum Anheizen der Menge in die Hand drückte wollte kaum jemand in Loveparade Lautstärke "Du bist meine Nummer eins" hören. (Das sah der Ortsrand von Kaster wohl genauso weil dieser sich einige Tage später darüber beschwerte). So zogen einige Schützen ein wenig enttäuscht aber auch KO vom anstrengenden Tag frühzeitig nach Hause.

Endlich und zugleich leider war nun schon Klompen-Montag. Ein Tag, der nicht nur unserem Zugkönig gilt, sondern auch ein wenig unseren bezaubernden Frauen, die sich jedes Jahr aufs Neue freuen ihr Trachtenkleid anziehen zu können und durch unser Dorf zu stolzieren. Auch in diesem Jahr fehlten uns Männern wieder mal die Worte in Anbetracht der optischen Leckerbissen. Nachdem die Arbeit vollendet war, König Marco sich an einer gelungenen Parade erfreuen konnte, hieß es sich darauf zu konzentrieren ein letztes Mal ausgelassen und fröhlich das Festzelt zu rocken. Dieses Jahr konnte man die Dragoner mit lustigen Hüten im Zelt beobachten wie sie ihr "wir sind Schützenfest" zur Schau stellten. Von El Capone über Schlümpfe bis hin zum Holzmichel war alles vertreten.

Nachdem die letzte Schlacht erfolgreich geschlagen war und unsere körpereigenen Wasservorräte nach einem eigentlich zu heißen August-Wochenende wieder aufgefüllt waren, ging es ans Abbauen. Das Dragoner-Abrissunternehmen schafft es in fünf Stunden alles abzureißen was fünf Tage gedauert hat aufzubauen. Anschließend ging es zum letzten Akt. Nachbesprechung und Auswertung des Schlachtergebnisses gegen Lord Schurf bei einem traditionell leckeren Abendessen im Hause Dubrovnik bei Lipp. Ergebnis der Besprechung: Stark gekämpft, alles gegeben, keine Verluste zu beklagen, trotzdem verloren, aber dabei viel viel Spaß gehabt!

In diesem Sinne liebe Leserinnen und Leser, verabschieden wir uns recht herzlich von Ihnen und freuen uns alle auf das Schützenjahr 2012. Wir sind gespannt welche Überraschungen und Gemeinheiten Lord Schurf sich für uns ausdenken wird, was sonst alles noch so passieren wird und wie viele lustige Stunden/ Tage es diesmal sind, die wir gemütlich zusammen verbringen werden...